Geschichte der Pfarrei Heiliger Geist, Weinböhla

In Weinböhla gab es lange Zeit keine katholische Kirche. Erst mit dem  Zustrom von Vertriebenen nach 1945 stieg die Zahl katholischer Christen stark an. Es waren fast 2000 katholische Gläubige, davon ca. 200 katholische Schulkinder. Im Jahre 1946 wurde auch Pfarrer Pospich seiner schlesischen Heimat verwiesen und kam zufällig nach Weinböhla. Durch den  zuständigen  Ortspfarrer  Johannes  Maier  aus  Coswig  wurde  ihm  die  religiöse  Betreuung  der  Katholiken  von  Weinböhla,  Niederau und Oberau übergeben. Erste katholische Gottesdienste fanden in  der evangelischen Friedhofskapelle Weinböhla statt, die sich aber als viel zu klein erwies. Auch in der evangelischen Kirche konnte Eucharistie gefeiert werden. Doch sie blieb den Katholiken fremd – ohne Tabernakel oder eine Statue der Mutter Gottes. Im  Heiligen Jahr 1950 konnte dann das Grundstück der „Schweizerhöhe“ erworben werden, inclusive Park, Gaststättengebäude, Gesellschaftssaal und Aussichtsturm. Möglich wurde dies durch ein finanzielles „Gnadengeschenk“. Am Palmsonntag konnte der erste Gottesdienst gehalten werden. Für die einheimischen  Katholiken  war  dies  die  Erfüllung  einer  großen Sehnsucht.  Nun folgte der Umbau zur Kirche. Es war nicht einfach, das notwendige  Baumaterial zu beschaffen, aber alle halfen mit. Sie kamen nach der Arbeit auf die „Schweizerhöhe“ und arbeiteten bis tief in die Nacht. Dankbar war man für Spenden aller Art in dieser schweren Zeit. Aus dem Gesellschaftssaal wurde ein Kirchenraum, aus dem Gaststättengebäude das Pfarrhaus mit Gemeinderäumen und Wohnungen. Von Anfang  an und noch bevor die Umbauarbeiten abgeschlossen werden konnten,  herrschte auf der „Schweizerhöhe“ ein reges „katholisches Treiben“ mit  Gottesdiensten,  Gruppenstunden  und  Religionsunterricht.  Schon  bald  kamen Kinder- und Jugendgruppen aus der weiteren Umgebung im Rahmen von Ausflügen oder Einkehrtagen nach Weinböhla.

Der Gemeindesaal und die wunderschöne, weitläufige  Parkanlage der „Schweizerhöhe“ bieten bis heute Platz für allerlei Feste und Feiern, wie Oster- und Johannisfeuer, Dekanatstage, Kinder- und  Jugendveranstaltungen und vieles andere mehr. 

Das „katholische Treiben“ auf der Schweizerhöhe hält an. Zahlreiche ehrenamtlich tätige Gemeindeglieder kümmern sich darum und sorgen unter großem persönlichen Einsatz dafür. Aber in den vergangenen Jahren ist die Zahl der Katholiken in Weinböhla und Umgebung stark zurückgegangen. Das Pfarrhaus bedürfte einer grundlegenden Sanierung. Das weitläufige parkähnliche Gelände erfordert einen großen Aufwand an Pflege und Sicherung. Es gibt deshalb Bemühungen, sich von dem großen Areal zu trennen und in einem kleineren, zweckmäßigen Gemeindehaus versammeln zu können.