
Am 1. Januar 1926 wurde durch Bischof Dr. Schreiber in Kötzschenbroda ein neues, eigenständiges Seelsorgeamt errichtet. Zum ersten Pfarrer nach fast 400 Jahren wurde Dr. Joseph Just ernannt.
Das neu errichtete Seelsorgeamt umfasste die damals noch selbständigen Gemeinden Kötzschenbroda, Radebeul, Niederlößnitz, Oberlößnitz und 33 Ortschaften von Zitzschewig über Moritzburg bis Radeburg. Sogar Coswig und Weinböhla wurden anfangs von Kötzschenbroda aus betreut. Für die regelmäßigen Sonntagsgottesdienste stellte die evangelische Frie- denskirchgemeinde den Katholiken ihre Friedhofskapelle zur Verfügung. Die Gläubigen in den Außenstationen feierten Gottesdienste u.a. im Radeburger Ratskeller, in der Coswiger Kreuzkirche, im Zentralgasthof Weinböhla und später in der Schlosskapelle Moritzburg. Die Gemeinde bestand aus fast 1800 Mitgliedern, die sich im Gemeindeverein, Mädchenverein, Gesellenverein, Kirchenchor und später auch im Frauenbund organisierten.
Selbst ein Gemeindeblatt namens „Bausteine“ erschien 14-tägig. Es trug das Motto: „Ohn Gottes Gunst all Bau‘n ist umsunst“.
Am 18. März 1927 wurde im Garten eines Gemeindemitgliedes auf der Radebeuler Heinrichstr. 9 in einem leerstehenden Gebäude die „St.-Josephs-Kapelle“ eingeweiht. Hier wurden die täglichen Gottesdienste gefeiert. Da auch diese Kapelle zu klein war, suchte man weiter nach einem geeigneten Grundstück. Domdekan Hartmann empfahl, das Grundstück Borstr. 11 zu kaufen. Im Oktober 1927 zog Dr. Just in das neu erworbene Pfarrhaus. Im Erdgeschoss sollte eine Kapelle eingerichtet werden.
Am 04. März 1928 feierten die Katholiken der Lößnitz den Festgottesdienst zur Weihe der neuen Kapelle und stellten diese unter das Patronat von Christus, dem König.
Nach dem 2. Weltkrieg stieg durch die vielen Vertriebenen und Flüchtlinge die Zahl der Katholiken auf über 6000. Es wurden sechs Außenstationen eingerichtet, um die Seelsorge aufrecht zu erhalten und um Gottesdienste feiern zu können. Auch die Kapelle in Radebeul wurde zu klein und deshalb durch eine Seitenkapelle erweitert.
Im Oktober 1961 ging Pfr. Dr. Joseph Just in den Ruhestand. Sein Nachfolger wurde Pfr. Ernst Warg, der die Kapelle 1964 neu gestaltete und durch eine Taufkapelle erweiterte. In dieser Zeit entwickelte sich die ökumenische Zusammenarbeit mit den beiden evangelischen Gemein- den Radebeuls. Pfr. Warg starb am 05. Dezember 1982.
Sein Nachfolger wurde Pfr. Rolf Hock. Er regte eine Belebung der Kirchenmusik in der Gemeinde an. So wurden Kirchenchor und Kinderschola neu gegründet.
Nach 1990 erhöhte sich die Zahl der Gemeindeglieder durch den Zuzug vieler Familien aus den alten Bundesländern, von Aussiedlern und ausländischen Arbeitern. Der lange geplante Neubau einer Kirche gewann durch diese Wende aktuelle Dringlichkeit.
Nachdem Pfr. Hock in den Ruhestand wechselte, wurde die Pfarrei ab September 1996 durch Pfr. Dr. Bernhard Dittrich geleitet. Er gab für den Bau einer neuen Kirche die nötigen Impulse und ermutigte die Gemeindemitglieder, das Gemeindeleben aktiv zu gestalten. Unter anderm wurde durch seine Anregung der Donnerstag-Club gegründet.
Am 18. April 1999 trat Pfr. Peter Dluhosch die Nachfolge von Dr. Dittrich an. Er übernahm damit auch die schwierige Aufgabe, den in Planung und Vorbereitung befindlichen Bau der neuen Kirche zu einem erfolgreichen Ende zu führen. Die Kirchweihe fand am 25. November 2001 statt.
In der Amtzeit von Pfr. Dluhosch gründete sich der Kinderpastoralkreis und die Kirchenmusik erblühte in dem neuen Gotteshaus.
Im Januar 2012 übernahm Pfr. Christoph Behrens die Leitung der Gemeinde, nachdem Pfr. Dluhosch in den Ruhestand gegangen war. Ein Verdienst des neuen Pfarrers war die Gründung des Liturgiekreises, ein Arbeitskreis für liturgische Laien, die sich in die Gestaltung der Eucha- ristie und Wort-Gottes-Feier einbringen möchten. Der Liturgiekreis kommt seitdem jeden 3. Mittwoch im Monat zusammen.
In der Gemeinde alt geworden und trotzdem aktiv, treffen sich unsere Senioren regelmäßig jeden 2. Dienstagvormittag im Monat. Sie beginnen mit einer Eucharistiefeier. Anschließend gibt es ein Frühstück, anregende Texte, Musik und Gelegenheit für Gespräche. Die ganz Aktiven halten sich dienstags beim Seniorensport fit. Mit den Bewohnern der Seniorenheime Rosengarten und Neufriedstein feiern wir monatlich Wort-Gottes-Feiern in ihren Einrichtungen. Der Helferkreis der Caritas betreut unsere Senioren liebevoll das ganze Jahr hindurch.
Der Kirchenchor besteht aus Mitgliedern der Gemeinden Radebeul und Coswig. Er trifft sich montags zum Proben und gestaltet Gottesdienste und Gemeindefeste.
Mit unseren evangelischen Mitchristen in den Gemeinden Friedenskirche und Lutherkirche verbindet uns, gefördert durch den ökumenischen Arbeitskreis, ein reger geistlicher Austausch.

